Phasen der Kooperation

Kooperationen lassen sich zeitlich grob in vier verschiedene Phasen im Kooperationsprozess einteilen (u.a. Koller et al. 2006). Tatsächlich ist es schwierig, die Phasen so klar voneinander abzugrenzen, da dies die Dynamik der Realität unzureichend abbildet. Allerdings hilft diese Phaseneinteilung und Systematisierung bei der Analyse und Planung von Kooperationen sowie bei der Orientierung zur Identifikation von Handlungsbedarfen für das Kooperationsmanagement. 

 

  1. Anbahnungs- und Aufbauphase: Aufkommen der Innovationsidee, für die mehrere Partner benötigt werden. Gründung des Netzwerks. Insb. Sondierung und Initiierung einer Kooperation. Suche nach passenden Partnern. Formulierung (vorläufiger) Kooperationsziele.
     
  2. Entwicklungsphase: Objekt der Innovation nimmt Gestalt an. Kooperativ Entwicklung bis zur Marktreife/ gesellschaftlichen Etablierung. (Verbindliche) Festlegung der Ziele für die Kooperation. Entwicklung einer Struktur für die Kooperation. (Vorläufige) Festlegung der Modalitäten und Strukturen der Kooperation (Aufbauorganisation). Ende der Phase bzw. Übergang zur Realisatonsphase: Festlegung des Umgangs der Partner miteinander in Form von Verträgen und Etablierung eines Kooperationsmanagements.
     
  3. Realisations- und Produktionsphase: Innovationsprozess ist etabliert und Übergang in die Phase der permanenten Leistungserstellung und -vermarktung. Durchführung der Kooperation (Management und Controlling von Kooperationen mit Zielvorgaben, Entscheidungsfindung, Planung, Kontrolle bzw. Evaluation, Nachsteuern – Ablauforganisation). Praktikable Regelungen zur Erfassung von Aufwand und Ertrag der Kooperationsmitglieder und ein als fair angesehener Leistungsausgleich.
     
  4. Wandlungsphase: Auflösung und Neudefinition des Netzwerkes. Krisen der Kooperation (Konfliktmanagement, Changemanagement). Ggfs. Beenden der Kooperation.

Was bedeutet iteratives Kooperationsmanagement?

Anhand der Phasenbeschreibungen ermöglicht der Leitfaden zunächst, dass Sie einen Eindruck zu gewinnen, in welcher Phase sich die Kooperation befindet. Im Anschluss dienen die Orientierungsfragen und die Elemente-Matrix dazu, eine Einschätzung vorzunehmen, wo besondere Handlungspotenziale und -notwendigkeiten in der Kooperation bestehen. Innovationsprozesse sind dynamisch und mit ständigen Veränderungen konfrontiert. Die Elemente des Leitfadens können daher sowohl nacheinander durchgearbeitet werden oder – in Abhängigkeit von der jeweiligen Situation – auch einzeln.

Das Kooperationsmanagement muss auf die jeweiligen Entwicklungen im Innovationsprozess reagieren. So kann es bspw. notwendig sein, zu bestimmten Zeitpunkten neue Akteure hinzuzuholen, damit sich die Innovation etablieren kann oder es ist eine Nachjustierung der Innovationsziele sinnvoll, was mit einer Anpassung der Kooperationserfordernisse einhergeht. Die Fragen nach den Zielen der Kooperation, den Akteuren und dem Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen sollten regelmäßig behandelt werden und das Kooperationsmanagement entsprechend angepasst werden.

Der Leitfaden ist also ein Werkzeug zur permanenten Selbstreflexion des iterativen Kooperationsmanagements. Das bedeutet, dass die Schritte des Kooperationsmanagements wiederkehrend durchgegangen werden sollten.