Hintergrund

Was ist Wissensmanagement für Nachhaltigkeitsinnovationen?

Im ginkoo-Projekt hat sich in der Begleitung von konkreten Innovationsvorhaben im nachhaltigen Landmanagement  deutlich gezeigt, dass Wissen eine Schlüsselrolle für das Gelingen dieser Innovationen zukommt. Es ist aber auch klar geworden, dass übliche (vor allem digitale) Wissensmanagementanwendungen aufgrund der besonderen Herausforderungen im nachhaltigen Landmanagement (noch) an Grenzen stoßen. Denn es handelt sich um wissensintensive Prozesse, die durch große räumliche Distanz und heterogene Akteurskonstellationen gekennzeichnet sind. Die vorliegende Roadmap Wissensmanagement möchte Inspiration dazu geben, um passende Rahmenbedingungen für den Umgang mit Wissen in solchen Innovationsvorhaben zu schaffen. Sie soll koordinierenden Akteuren (und anderen Interessierten) die Möglichkeit geben, sich mit dem Thema Wissen auseinanderzusetzen, um diese wichtige Ressource effektiver nutzen zu können.

Die Schwierigkeiten für das Gelingen von Wissensmanagement in Innovationsprozessen für das nachhaltige Landmanagement sind insbesondere auch im Innovationsumfeld dieser Innovationen zu suchen: Oftmals unklare rechtliche Rahmenbedingungen, fehlendes Systemwissen bei - potenziell systemverändernden - Innovationsideen, unklare Verantwortlichkeiten, sich ändernde Akteurskonstellationen etc. sorgen nicht nur am Anfang des Innovationsprozesses für Unsicherheit, sondern beeinflussen den gesamten Prozess. Hinzu kommt, dass bestehendes Wissen zum Thema oftmals noch nicht ausreichend ist, um bessere Lösungen zu entwickeln. Hier bedarf es neuen Wissens, das auch als transformatives Wissen bezeichnet wird. Das erfordert eine wissensintensive Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Innovationsprozess – oft mit vielen Feedbackschleifen. Die vorgeschlagenen Tools für den Bereich Wissen versuchen, diese hohen Integrationsanforderungen an Innovierende im nachhaltigen Landmanagement aufzugreifen und Innovator_innen zu unterstützen.

Wobei kann die Roadmap unterstützen?

  •    eine Wissensplanung für Ihr Innovationsvorhaben vorzunehmen, das Ihre Nachhaltigkeits- und Innovationsziele unterstützt.
  •    einen Überblick über die wichtigen Wissensbestände, Wissenslücken und Wissensmonopole bei den einzelnen Akteuren zu erhalten.
  •    Wissensziele, Wissensbestände und das Innovationsumfeld regelmäßig auf Aktualität und Kohärenz zu überprüfen.
  •    den für Ihr Innovationsvorhaben notwendigen Wissensaustausch an den Schnittstellen gut aufeinander abgestimmt zu organisieren.
  •    die notwendigen Ressourcen (finanzielle Mittel und Manpower) und Prozesse zu organisieren sowie Verantwortlichkeiten festzulegen.

Für wen ist die Roadmap gedacht?

Die Roadmap richtet sich an Prozesskoordinator_innen/ koordinierende Organisation(en) für den Innovationsprozess. Aber auch die Mitarbeiter_innen der einzelnen, am Innovationsvorhaben beteiligten Institutionen/ Netzwerke sind angesprochen, da sie die hier vorgestellten Tools letztendlich anwenden, oder in ihre eigenen Wissensmanagement-Routinen integrieren sollen. 

 

Vielfach wird in der Literatur darauf hingewiesen, dass Wissensmanagement strategisch geplant werden muss, um einen relevanten Beitrag zu leisten; der auch in einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis steht, gut strukturiert ist und in die Organisationskultur eingebettet werden kann. Unabgestimmte Einzelmaßnahmen - wie gut diese auch immer sein mögen - führen in der Regel nicht zu nachhaltigem Erfolg. Wissensmanagement muss, um erfolgreich zu sein strategisch verankert sein (z. B. beim Management/ Koordination des Innovationsvorhabens). Daher müssen konkrete Wissensmanagementmaßnahmen aus den Nachhaltigkeits- oder Innovationszielen abgeleitet werden auf die Sie sich in Ihrem Innovationsvorhaben gemeinsam einigen konnten.  

Was ist zu beachten?

Die hier ausgewählten Tools sind eine Auswahl aus einer Vielzahl möglicher Tools. Sie wurden ausgesucht, weil sie sich gut eignen, um Wissen für komplexe Kooperationsprozesse zwischen unterschiedlichen Akteuren zu organisieren, zu übersetzen und zu verteilen. Es handelt sich daher vor allem um analoge Tools, die die Kommunikation untereinander fördern. Denn es gilt: Je spezifischer die Nachhaltigkeitsprobleme und je komplexer die Prozesse umso weniger eignet sich Software, bzw. umso weniger Software gibt es, die diese Komplexität auch sinnvoll abbilden kann.

 

Sich mit Wissensmanagement auseinanderzusetzen kostet Zeit und Ressourcen. Der angebotene Mix aus Tool-Anleitungen und Kurz-Checklisten soll zu Ihrer Unterstützung dienen und Ihnen ein Gefühl dafür geben, wie Wissen als Ressource in Innovationsprozessen für das nachhaltige Landmanagement nutzbar gemacht werden kann. Sie können jeweils entscheiden in welcher Detailtiefe Sie sich die Tools ansehen oder sie anwenden wollen. Manchmal reicht es schon, sich mit der Roadmap einfach ab und an einen Überblick zu verschaffen und sich neue Inspiration für die Ergänzung der vor Ort schon vorhandenen Routinen zu holen.

 

HIER GEHT'S ZUR ROADMAP